Dienstag, März 15, 2011

Eine Pseudodokumentation ist kein Docutainment

Diese beiden Kategorien sollte man klar unterscheiden. Die Filme von Michael Moore sind Docutainment. Er verwendet ausschließlich Dokumentaraufnahmen, versieht diese jedoch mit Kommentaren und Erläuterungen, die weit über das im klassischen Dokumentatarfilm übliche Maß hinaus gehen. Dadurch macht er seine Filme, z.B. Fahrenheit 9/11 oder Bowling for Columbine, zwar spannender und unterhaltsamer, es ist aber nicht unbedingt alles wahr, was er andeutet, sich selbst fragt und dem Zuschauer suggeriert. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man diese Filme sieht. Auch Fernsehserien wie "Elefant, Tiger & Co." oder "Auf Streife" könnte man als Docutainment bezeichnen.
Eine Pseudodokumentation kommt uns stattdessen im Gewand eines Dokumentarfilms entgegen, ist aber keiner, sondern ein Spielfilm mit richtigen Schauspielern und einem Drehbuch. Es werden nur aus dramaturgischen Gründen Elemente des Dokumentarfilms verwendet, z.B. eine wackelnde Handkamera, (Pseudo-)Interviews oder der Hauptdarsteller wendet sich mit Kommentaren direkt an die Kamera. Die erste Pseudodokumentation die ich sah, war "Mann beisst Hund". Auf ähnlicher Wellenlänge war "Henry, Porträt eines Serienmörders". Die beiden Filme sind aber schon älter (1992 bzw. 1986) und heute nahezu vergessen. Von 1999 ist "Gnadenlos Schön" über den ich erst letztens in einem Beitrag berichtete.

Bei Wikipedia werden die einzelnen Sonderformen des Dokumentarfilms etwas anders benannt und aufgeteilt.

Sonntag, März 13, 2011

The Bank Job

Cooler Thriller über einen Banküberfall in der Baker Street in London. Die Geschichte beruht auf einen tatsächlichen Bankraub im Jahr 1971. Im Film werden während der Raubes kompromittierende Fotos von einem Mitglied der königlichen Familie mit eingesackt. Die sich daraus entwickelnden Verwicklungen gipfeln in einem wahnwitzigen Finale in der Paddington Station, bei der Geheimdienst, Polizei, Bankräuber und brutale Vertreter der organisierten Kriminalität aufeinander treffen. Absolut sehenswert! Jason Statham ist wieder einmal genau am richtigen Platz und braucht auch keine Stromstöße wie bei "Crank 2", um die Handlung voran zu treiben.  
Eine ganz gute Inhaltsbeschreibung gibt es bei Wikipedia. Mehr über die Schauspieler usw. bei der Internet Movie Database.

Donnerstag, März 03, 2011

Eine beissende Satire

Gnadenlos Schön (Drop Dead Gorgeous) ist der Titel einer beissenden Satire über den Schönheitsköniginnen-Kult in den USA. Nebenbei werden auch noch platter Patriotismus und Bigotterie auf die Schippe genommen. Kirsten Dunst spielt das unschuldige Mädel vom Lande, die mehr oder weniger durch Zufall von einer Qualifikationsrunde zur nächsten gelangt. Denise Richards ist (zunächst) ihre Widersacherin, mit einem bezaubernd falschen Lächeln, eine Meisterin der Heuchelei. Kirstie Alley als Mutter und Organisatorin der ersten Runde des Schönheitswettbewerbs, tut alles, wirklich alles, damit ihre Tochter gewinnt. Ein Bühnenscheinwerfer erledigt eine Konkurrentin, der Wohnwagen der Hauptdarstellerin explodiert. Zum Glück ist sie in diesem Moment nicht zu Hause, es erwischt stattdessen ihre Mama. Diese wird überzeugend von Ellen Barkin gespielt, als White-Trash-Lady. Nach der Explosion des Wohnwagens ist ihre rechte Hand an einer Bierbüchse festgebrannt! Ein Spruch an ihre Tochter lautet: "Ich möchte, dass du es hier raus schaffst. Sonst siehst Du in zwanzig Jahren so aus wie ich - als hätte dich jemand hart geritten und feucht in den Stall gestellt."
In einer kleinen aber sehr schönen Rolle ist Brittany Murphy zu sehen.

Der ganze Film ist als Pseudodokumentation angelegt. Das erzeugt einen eigenartigen Humor. Überhaupt was gibt es noch für Pseudokumentationen? Darüber mehr demnächst.